ANDALUSIEN – Spaniens sinnlicher Süden

Flamencotanz mit vollem Einsatz

Lange bevor die Costa del Sol zum Inbegriff eines blühenden Tourismus wurde, zog das Land im Süden Europas schon scharenweise fremde Völker an. Bereits die Phönizier und Römer setzten ihre Stiefel auf den sonnenverwöhnten Boden Andalusiens. Ab dem 9. Jahrhundert eroberte das Reitervok der Mauren die spanische Halbinsel. Nun folgten sechs Jahrhunderte der ständigen Auseinandersetzung zwischen Mauren und Spaniern, zwischen Morgenland und Abendland. Auf die Spuren der Mauren treffen wir während unserer Reisen und Ritte durch Al-Andalus, wir finden sie in den Gesichtern der Menschen, in der Struktur der Städte und Dörfer.
Der feurige Flamenco, getanzt auf den Festen des Landes, trägt im Herzen die Kultur des Morgenlandes. Doch in den Romerias, den Wallfahrten zeigt sich das andere Erbe der Spanier, der tief verwurzelte Katholizismus, der am eindrucksvollsten bei der Wallfahrt nach El Rocio zu beobachten ist. Bis zu einer Million Menschen finden sich im 3000-Einwohner Örtchen im Sand des Coto Donana ein.

Eine langsame Annäherung – Zu Pferd und mit dem Esel durch Andalusien

Nirgendwo in Westeuropa wird man Pferde in dem Maße als Bestandteil des alltäglichen Lebens erleben wie in Andalusien, ob bei den vaqueros, den „Cowboys“, bei der Arbeit mit den Stieren, oder auf dem sonntäglichen Ausritt auf einer Feria.
In den Weiten dieser Landschaft, den gebirgigen Sierras Andalusiens, gibt es Raum für Pferde und Reiter, für Entdecker und Neugierige mit Muße und Lust an der Suche nach dem nicht Alltäglichen. Unausweichlich geraten zwei Nichtreiter, die sich vorgenommen haben Andalusien vom Pferderücken aus zu erleben, in das Fahrwasser Don Quichottes.
Doch damit nicht genug, versuchenn Matthias Möldner und Kay Maeritz in Granada einen Esel zu kaufen, um mit ihm über die Sierra Nevada in die Alpujarras zu ziehen. In einem Vorort werden sie schließlich fündig. Als sie dem Andalusischen Riesenesel „Antonio“ gegenüberstehen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch im Laufe der Zeit bleibt keine Liebe ohne Meinungsverschiedenheiten…
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Die Kathedrale von Sevilla mit der Giralda, dem heutigen Glockenturm, der noch aus der Zeit der Mauren stammt.

Andalusien – auf der Spur der Mauren

Lange bevor die Costa del Sol zum Inbegriff eines blühenden Tourismus wurde, zog das Land im Süden Europas schon scharenweise fremde Völker an. Schon Phönizier und Römer setzten ihre Stiefel auf den sonnenverwöhnten Boden Andalusiens. Ab dem 9. Jahrhundert eroberte das Reitervok der Maueren, die Straße von Gibraltar überquerend, die spanische Halbinsel. Nun folgten sechs Jahrhunderte der ständigen Auseinandersetzung zwischen Mauren und Spaniern, zwischen Morgenland und Abendland. Erst mit der Vertreibung des letzten maurischen Fürsten Boabdil aus Granada im Jahre 1492 beendete das Christentum seine Reconquista. Auf die Spuren der Mauren treffen wir während unserer Reisen und Ritte durch Al-Andalus, wir finden sie in den Gesichtern der Menschen, in der Struktur der Städte und Dörfer.
Der feurige Flamenco, getanzt auf den Festen des Landes, trägt im Herzen die Kultur des Morgenlandes. Beispielsweise in Jerez de la Frontera, wo eine einwöchige Feria dem Flamenco und vor allem den Pferden gewidmet ist.
 

Der Löwenbrunnen in der Alhambra

Eine langsame Annäherung – Mit Pferd und Esel durch Andalusien

Nirgendwo in Westeuropa wird man Pferde in dem Maß als Bestandteil des alltäglichen Lebens erleben wie in Andalusien, ob bei den vaqueros, den „Cowboys“, bei der Arbeit mit den Stieren, oder auf dem sonntäglichen Ausritt auf einer Feria.
In den Weiten dieser Landschaft, den gebirgigen Sierras Andalusiens, gibt es Raum für Pferde und Reiter, für Entdecker und Neugierige mit Muße und Lust an der Suche nach dem nicht Alltäglichen. Unausweichlich geraten zwei Nichtreiter, die sich vorgenommen haben Andalusien vom Pferderücken zu erleben, in das Fahrwasser Don Quichottes.
 

Hoch zu Pferd

Da steht es nun. Unser Schulpferd auf dem wir reiten lernen wollen: Ein Berg von einem Pferd, hoch wie eine Mauer, Schultern wie ein Elefant, mindestens… Gibt´s hier kein kleineres Pferd? Irgendetwas von dem man nicht so weit runterfällt, vielleicht auch noch ein bißchen mit den Beinen an den Boden kommt? Nein, gibt es nicht! Für große Männer braucht man große Pferde!
Sollten wir unseren Plan, Andalusien nicht nur mit dem Auto sondern auch zu Pferd zu erkunden, nicht noch einmal überdenken? Was für eine Schnapsidee, wie Don Quichotte und Sancho Pansa durch die Lande zu ziehen. Zumal wir uns nicht mal einigen können, wer von uns nun der rundliche Sancho Pansa ist.
Zu spät , unsere Reitlehrerin auf der Rancho La Paz strahlt uns an: „Na wer traut sich?“ Natürlich trauen wir uns, wir trauen uns ja garnicht, uns nicht zu trauen. Also rauf auf´s Pferd. Den Fuß in den Steigbügel, dann am Sattel irgendwie hochziehen, schon liege ich oben, Eleganz spielt im Moment keine Rolle. Bienvenido, der 28 jährige Wallach, steht ruhig wie ein Fels in der Brandung, den Kopf stur zum Ausgang der Reitbahn, in Richtung des seines Stalles, gewendet. Mit gutem Zureden bekomme ich ihn dazu eine Runde um die Bahn zu gehen, dann steht er wieder am Ausgang. Er fühlt sich offensichtlich nicht mehr dazu berufen in seinem Alter noch Anfäger durch die Bahn zu tragen. Nach jeder Runde die gleiche Diskussion. Dann die befürchtete Frage der Lehrerin, wie es mit einem Trab wäre. Aber klar doch! Bleibt noch Bienvenido davon zu überzeugen. Erst nach heftiger Diskussion setzt er sich kurz in Trab, ein paar Meter – bis er wieder am Ausgang steht. „Jetzt noch galoppieren!“, ruft die strahlende Lehrerin. Richtig, so ein Pferd kann ja noch schneller, aber wie bewege ich es dazu? Mein vorsichtiger Hinweis „Nun lauf mal schneller!“, wird von Bienvenido ignoriert. Zartes Treten in die Rippen bewirkt auch nichts. Erst die Gerte, die Ariane reicht, bewirkt eine Leistungsexplosion. Bienvenido sieht den Stock und galoppiert wie um sein Leben. Aber wo ist die Bremse? „Den Stock weg!“, kommt der rettende Hinweis von Ariane. Und richtig, kaum fliegt der Stock im Bogen davon, rammt Bienvenido seine Hufe in den Grund – und steht.
„Super gemacht“, meint die strahlende Reitlehrerin, „heute Nachmittag geht´s ins Gelände“. Na super…
 
 

Strandritt am Cabo de Gata
 
 

Unterwegs mit Antonio - oder: 1 Esel, 2 Mann und 1 Hund - oder:

Wie transportiert man einen Esel über die Sierra Nevada.
 

Genau, wie transportiert man einen Esel über die Sierra Nevada? Zugegeben, der Grundgedanke lautete: Wie bekommen wir unser Gepäck über die Sierra Nevada, das Zelt, die Verpflegung und was man sonst noch so in den Bergen braucht? In Spaniens Süden, in Andalusien, wo der Esel noch nicht gänzlich zu den ausgestorbenen Spezies gehört, mit einem Esel zu wandern, das bietet sich doch geradezu an. Doch wo bekommt man in Granada einen Esel? "Ola senor, donde hay un burro?" (Verzeihung mein Herr, wo gibt es hier einen Esel?), so einfach geht es leider nicht, nicht wenn man sich in einer Großstadt befindet. Bei allem Charme, den Granada sich bewahrt hat, wir befinden uns hier auf keinem Bauernhof. Doch unser Freund Raffael weiß Abhilfe: Antonio, der Hufschmied, hat in seinem Stall Pferde, Mulos - und Esel. Kaum sehen wir seine Esel steht es fest: nicht ohne unseren Esel. Der mit dem langen weißen Fell, wäre der nicht traumhaft? Leider zu alt und nicht recht in Form. Oder die zwei kleinen mit den Flauschohren und dem verträumten Blick? Doch noch etwas zu schwach auf den Beinen. Oder der, der mit seinen dunklen Punkten von hinten fast so schnittig wie ein Leopard aussieht? Genau der ist es, groß genug und stark genug, um notfalls sogar uns zu tragen. Der Preis? Schwamm drüber, wir sind schließlich keine geborenen Pferdehändler, wohingegen Antonio sicherlich in der 10.ten Generation …

Hier geht nichts mehr…
 

Die wichtigste Lektion bekommen wir vor dem Abmarsch: Wieviel Verpflegung braucht ein Esel am Tag? 3 Kilo Hafer und 10 - 15 Liter Wasser! Also nehmen wir 20 kg Hafer mit als kleinen Reiseproviant für unterwegs - und lernen: Angaben über den Verbrauch sind nicht nur bei Gebrauchtwagenhändlern als unzuverlässig anzusehen. Wobei unser Eselchen - wir nennen es dem Hufschmied zu Ehren, und weil der Name so gut paßt, Antonio - die Ausnahme im Verbrauch nach unten ist. Von wegen Hafer, wo es unterwegs das schönste Grünfutter gibt. Damit schmeißt er auch gleich alle Erziehungspläne von Matthias über den Haufen. Jeden Morgen vor dem Start, so seine Hoffnung, eine Hand voll Hafer für den Esel, und schon folgt er uns willig. Zwar folgt er uns auch so, aber von willig kann keine Rede sein. Wir fühlen uns wie der Eselabschleppdienst: Einer zieht und einer schiebt.
So geht es hinauf in Richtung des Naturparks Sierra Nevada. Zurück bleibt die Stadt, ihre Gassen und die Alhambra. Auf diesem Weg könnte Boabdil, der letzte maurische Herrscher nach Süden gewandert sein, als er sich das letzte mal zu seinem Kleinod umwandte und seufzte, was angeblich auf dem danach benannten Höhenzug, dem Suspiro del Moro, dem "Seufzer des Mauren", geschah, worauf ihn seine Schwiegermutter anfuhr, er solle nicht weinen wie ein Weib, wenn er nicht kämpfen könne wie ein Mann.
Doch kaum, gewinnen wir an Höhe, wird unsere Aufmerksamkeit abgelenkt. Ein Hund hat sich uns Dreien angeschlossen, ein nicht allzu großer, wohl noch recht junger Schäferhund, der schön und gepflegt wirkt, aber offensichtlich herrenlos ist. Als wir ihn nicht gleich verjagen, steht sein Entschluß fest: das ist die richtige Familie für mich. Allzulange kann er noch nicht umherstreunen, jedenfalls ist er bestens erzogen und hört beinahe aufs Wort. Eine Erfahrung, die Matthias fast sprachlos macht, solches ist er von seinem Hund nicht gewöhnt.
Matthias beginnt an der nächsten Telefonzelle - Tage später, die Sierra Nevada ist nur notdürftig mit Telefonen ausgestattet - mit der telefonischen Suche nach Ersatzeltern für den Hund. Doch die Umfrage bei unseren spanischen Bekannten ist ernüchternd. Die Aussichten, ein Zuhause für den Hund zu finden, sind denkbar gering. Für gewöhnlich bleibt für streunende Hunde nur die Spritze. Auf die Versorgung eines Hundes sind wir auch nicht recht eingestellt. Einerseits sind wir erleichtert, als wir feststellen, daß der Hund Zwieback und Müsli ißt, andererseits stellt sich die Frage: Was essen wir?

All das und noch viele ungestellte Fragen um Vierbeiner (Pferde) und Zweibeiner (Andalusier), einen Hund und die Schönheiten Andalusiens beantworten Matthias Möldner und Kay Maeritz im Vortrag Andalusien - Spaniens sinnlicher Süden.

Pferde sind in Andalusien Bestandteil des täglichen Lebens.

Da freut sich der Esel…
 

Einkehr in Alcala
 
 

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